Ilsenburg liegt dort, wo der Harz anfängt. Nicht irgendwo in der Nähe, sondern direkt am Eingang des Nationalparks. Das Ilsetal, eines der bekanntesten Wandertäler des Harzes, beginnt wenige Gehminuten vom Ortskern entfernt. Der Brocken, mit 1.141 Metern der höchste Gipfel Norddeutschlands, ist zu Fuß von hier erreichbar. Das historische Schloss Ilsenburg steht im Ort. Wer hier übernachtet, muss nicht erst anreisen, um in der Natur zu sein. Die Natur ist schon da. Für Wanderer, die Harzer Stille suchen und abends gut essen oder einfach ankommen wollen: Ilsenburg ist der richtige Ausgangspunkt.
Das Ilsetal — Wandern durch den Nationalpark Harz
Das Ilsetal ist kein gewöhnlicher Wanderweg. Das Tal zieht sich von Ilsenburg tief in den Nationalpark Harz hinein, entlang der Ilse, einem klaren Gebirgsfluss, der über Felsen und durch dichtes Mischwald fließt. Gerade im Frühjahr, wenn die Ilse voll Wasser führt und die Laubhänge austreiben, ist das Tal besonders eindrucksvoll. Im Sommer dämpft der Baumbestand die Hitze, im Herbst leuchten die Hänge in Gelb und Orange.
Der bekannteste Weg durch das Ilsetal ist der Heinrich-Heine-Weg. Benannt nach dem Dichter, der das Tal im frühen 19. Jahrhundert durchwanderte und darüber schrieb, führt die Route von Ilsenburg aus bis hinauf zum Brockenplateau. Der Weg ist gut markiert, abschnittsweise fordernd und insgesamt machbar für alle, die körperlich fit sind und feste Schuhe tragen. Wer nicht bis zum Gipfel will, dreht nach dem Ilsestein um, einem markanten Felsvorsprung mit Blick ins Tal, der rund zwei Stunden von Ilsenburg entfernt liegt.
Das Ilsetal eignet sich auch für ruhigere Spaziergänge. Der untere Teil des Wegs, direkt ab Ilsenburg, ist auch mit einfachem Schuhwerk gut begehbar und bietet schon nach kurzer Zeit ein Gefühl von Wald und Fluss, das weit weg von Straßenlärm und Stadtrhythmus liegt. Für Familien mit Kindern ist dieser Abschnitt besonders geeignet.
Auf den Brocken — der höchste Gipfel Norddeutschlands
Der Brocken ist 1.141 Meter hoch. Er ist der höchste Gipfel Norddeutschlands und mit Abstand der bekannteste Berg des Harzes. An klaren Tagen reicht der Blick vom Gipfel bis nach Hannover und zur Ostsee. An anderen Tagen liegt das Plateau im Nebel. Das hat ihm seinen Ruf als Nebelberg eingebracht und ist genauso sehenswert.
Goethe war hier. Heine war hier. In der Walpurgisnacht am 30. April füllt sich der Berg mit Menschen, die das alte Hexenfest feiern. An normalen Tagen ist es oben ruhig, kalt und weit. Der Aufstieg von Ilsenburg über das Ilsetal dauert etwa drei bis vier Stunden, je nach Tempo. Oben angekommen gibt es ein Berghotel, ein Restaurant und das Brockenmuseum, das die Geschichte des Bergs und seiner eigenartigen Rolle im Kalten Krieg dokumentiert.
Wer den Brocken nicht zu Fuß besteigen möchte, kann die Brockenbahn nehmen. Die Harzer Schmalspurbahn fährt von Wernigerode und Schierke aus auf den Gipfel und ist das älteste Schmalspurbahnnetz Deutschlands, das noch vollständig in Betrieb ist. Mit dem Auto ist der Brocken nicht erreichbar. Der Weg zu Fuß oder mit der Bahn gehört zum Erlebnis. Gute Ausrüstung lohnt sich: Oben ist es auch im Sommer oft deutlich kühler als im Tal, und es kann schnell wechseln.
Schloss Ilsenburg — Geschichte mitten im Ort
Das Schloss Ilsenburg steht mitten im Ort. Die Anlage geht auf ein Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert zurück, das über Jahrhunderte umgebaut, erweitert und schließlich in ein Schloss umgewandelt wurde. Heute ist das Schloss ein Hotel. Das Parkgelände ist öffentlich zugänglich und lädt zu einem Spaziergang ein, der an keinen langen Wandertag gebunden ist.
Wer in der Ferienwohnung Schlossblick übernachtet, schaut vom Wohnzimmer direkt auf das historische Gebäude. Die Wohnung hat ihren Namen nicht ohne Grund bekommen. Rund um Ilsenburg gibt es weitere sehenswerte Orte: das Kloster Drübeck, wenige Kilometer entfernt, ist eines der besterhaltenen Frauenklöster des Mittelalters in der Region. In Rübeland, im Bodetal, befinden sich die Hermannshöhle und die Baumannshöhle, zwei Tropfsteinhöhlen, die auch bei Schlechtwetter einen Ausflug wert sind.
Nationalpark Harz — Natur nach eigenen Regeln
Der Nationalpark Harz wurde 1994 gegründet und gehört zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Norddeutschlands. Auf rund 247 Quadratkilometern steht die Natur unter Schutz. Das bedeutet: keine Forstwirtschaft, keine asphaltierten Wege abseits der Hauptrouten, kaum künstliche Eingriffe. Was hier wächst und stirbt, tut es nach eigenen Regeln. Das ist sichtbar.
Abgestorbene Fichten, durch den Borkenkäferbefall der vergangenen Jahrzehnte entstanden, stehen neben jungen Birken und Vogelbeerbäumen, die sich von selbst ansiedeln. Dieser Wald sieht nicht gepflegt aus. Das ist Absicht. Für Naturinteressierte, Vogelbeobachter und Menschen, die Weite ohne Lärm schätzen, ist der Nationalpark das Kernstück jedes Harzurlaubs. Ilsenburg ist einer der direkten Zugänge. Das Ilsetal ist als Nationalparkpfad ausgewiesen. Hunde müssen auf diesen Wegen an der Leine bleiben.
Wildtierbeobachtungen sind im Nationalpark keine Seltenheit. Rotwild, Luchse und Wildkatzen leben im Gebiet, auch wenn man sie selten zu Gesicht bekommt. Greifvögel, darunter Schwarzstörche und Rotmilane, kreisen regelmäßig über den Waldrändern. Wer mit Fernglas kommt, bringt es richtig mit.
Anreise nach Ilsenburg
Mit dem Auto: Ilsenburg liegt an der B6, zwischen Goslar und Wernigerode. Von Hannover dauert die Fahrt knapp anderthalb Stunden, von Berlin etwa zweieinhalb Stunden, von Hamburg rund zweieinhalb Stunden, von Köln etwa drei Stunden. Ein Parkplatz ist an den Ferienwohnungen vorhanden.
Mit der Bahn: Der nächste Bahnhof mit Regionalbahnanbindung ist Wernigerode, rund 12 Kilometer entfernt. Ab Wernigerode fährt ein Bus nach Ilsenburg, alternativ ist ein Taxi möglich. Von Hannover, Magdeburg und Halle aus ist Wernigerode per Bahn erreichbar. Wer direkt auf den Brocken möchte, findet in Wernigerode auch den Startpunkt der Harzer Schmalspurbahn.
Wer die Anreise mit dem E-Auto plant: Ladepunkte sind in Ilsenburg und Wernigerode vorhanden, die genaue Verfügbarkeit empfiehlt sich vor der Abfahrt zu prüfen.
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